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    Libyen

       
  - Land und Leute    
       
  - Visa/Einreise    
       
  - Geld/Preise/Essen/Unterkunft    
       
  - Interessante Ziele    
       
  - Internet/Handy    
Land und Leute
Spitzenmässig, die Menschen. Anständig, gastfreundlich, super hilfsbereit... so sind die Libyer. der Tourismus ist noch sehr in den Anfängen. Ausgebeutet werden die Ölvorkommen aber nicht die Reisenden. Man wird oft angesprochen, doch gleichzeitig herrscht immer eine angenehmen Zurückhaltung. Ein kleines alltägliches Beispiel : Wir halten am Straßenrand und machen einen Pause zum Trinken. Ein vorbeikommendes Auto hält an und fragt ob wir Sprit oder Wasser bräuchten. Als wir verneinen streckt man uns eine Tafel Schokolade und Maracujasaft entgegen, wünscht uns einen schönen Tag und braust dann weiter mit 180 über die Landstraße.
Gleichwohl beginnt auch im Libyen der Tourismus langsam und auch dort "versaut" er die Menschen. In 10 Jahren wird es wohl ein anderes Libyen geben, aber wir waren ja schon da ...
Ein sehr sensibles Thema ist die politische Situation. Äusserungen über die politische Führung, Militär oder Polizei sollte man tunlichst unterlassen. Ausländer werden genau überwacht, das gilt auch für Telefon und Internet.

Landessprache ist arabisch. Wegen des recht hohen Bildungsstandarts sprechen relativ viele Menschen auch englisch. Das gilt für den Norden und für die jungen Leute. In der Sahara wird dann fast nur arabisch gesprochen. Dennoch klappt die Verständigung besser als erwartet, denn die Menschen nehmen sich viel Zeit und es wird irgendwer herbeigeholt, der englisch kann.
Wer ein paar Brocken arabisch lernt (Bitte, Danke, Hallo, 123,..) macht sich schnell Freunde.
Alle Verkehrsschilder sind nur in arabisch verfasst. Im Reiseführer sind die arabischen Angaben, da kann man dann mühsam "lesen".

Visa/Einreise

Eine sehr aufwendige und kostspielige Sache. Die Formalitäten ändern sich dauernd.

Das Visum könnte man (eigentlich) selbst beantragen bei der Libyschen Botschaft in Bonn. Man fordert dort einen Visumantrag an. Es müssen zum Antrag zwei grüne Karten ausgefüllt werden. Genaueres Vorgehen ist beschrieben im Reiseführer. Vorsicht: Die Gültigkeit beträgt nur 6 Wochen von Ausstellungsdatum bis Einreise.

Bei uns sah es im Mai 2001 aber folgendermaßen aus:

Reisende dürfen nur in Gruppen einreisen. Motorradfahrer müssen in Begleitung von 4- rädrigen Fahrzeugen einreisen, angeblich muss ein LKW dabei sein. Dazu sucht man sich einen darauf spezialisierten Reiseunternehmer in Deutschland. Der hat auch ein Partnerunternehmen in Libyen. Der deutsche Veranstalter stellt dann eine Gruppe zusammen. Der libysche Veranstalter spricht dann die notwendige Einladung eines libyschen Staatsbürgers aus, mit dem dann wiederum der deutsche Reiseunternehmer das Visum bekommt. Der kann die notwendige arabische Passübersetzung gleich mit organisieren. Letztendlich trifft sich die „Gruppe“ dann an einem bestimmten Tag an der Grenze. Alle Einreiseprozeduren erledigt dann ein Kontaktmann der libyschen Firma, der auf der libyschen Seite der Grenze wartet. Es klappte alles prima, dauerte aber 7 Stunden. Die Grenzbeamten sind freundlich und korrekt, wir hatten aber selbst nichts zu regeln. Besonders in Libyen reagiert man bei aller Freundlichkeit in gewisser Weise sehr empfindlich: Jemandem , der am Grenzposten ein Bild machte, riss man den ganzen Film aus der Kamera.

Nach der Grenze sagen dann alle tschüss und jeder zieht seines Weges. Der ganze Spaß kostete mit allem drum und dran 350 Euro pro Nase.

Wenn man dann im Land ist , benötigt man nach 14 Tagen den „Dreieckstempel“. Den gibt es z. B. in Ghadames für 5 Euro und 5 Stunden warten.

Unsere „Partner“ waren die Firma Saro Travel in Rosenheim und Firma Sari in Tripolis, Libyen.

Wegen einer Panne benötigten wir eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung, wobei uns die Firma Sari super half. Die arabische Lebensweise „ komm ich heut nicht - komm ich morgen“ kostet aber viel Nerven.

Geld/Preise/Essen/Unterkunft

Geldtechnisch wohl eines der schlimmsten Länder auf der ganzen Welt. Dafür umso schöner als Land.

Bargeld und nur Bargeld geht. Es gebt 3 verschiedene Umtauschkurse. Einen staatlichen,  einen „nomalen“ und den Schwarzmarktkurs. Einen Grundstock kann man vor der Grenze in Tunesien erwerben. Die Jungs stehen in Scharen an der Straße und winken mit Geldbündeln. Die Scheine sind eigentlich immer echt aber beschissen wird nach allen Regeln der Kunst. Also gut aufpassen. US- Dollar und DM gehen gut zum Tausch.

An der Grenze selbst kann zum „normalen“ Kurs getauscht werden. Mal ist Geld da, mal nicht. Zum Teil herrscht Zwangsumtausch.

Im Land kann man nur in Tripolis auf der Bank Geld tauschen. Zum „normalen“ Kurs wechseln nur einige Banken, Am Grünen Platz ist eine. Man sollte sich auf einige Stunden Dauer einrichten.

Ansonsten wechseln Geschäftsleute im Land die aber auch was verdienen wollen.

Die Kosten im Land schwanken stark, je nach Reiseart.

Benzin ist mit 7 Cent fast geschenkt. Da die meisten ja draußen übernachten ist das auch umsonst. Essen ist dafür teuer und teils nur sehr begrenzt erhältlich. Als Motorradfahrer ist man vom Platz beschränkt und muss immer wieder teuer nachkaufen. Im Süden beschränkt sich das Angebot oft auf Konserven und hoffentlich ein wenig Obst und Gemüse.

Wer als Gast eingeladen ist, wird ein sehr schmackhaftes Essen vorfinden. Es gibt zwar kaum was zu kaufen aber bei den Einheimischen bekommt man dann alles vom Couscous über gebratenes Fleisch bis zum Lagerfeueressen mit Brot , das im Sand gebacken ist und frisch geschlachtetem Huhn.

Ansonsten gibt es in Libyen nicht viel zu kaufen. Das bedeutet also einen geringen Geldaufwand. Dennoch sollte man eine hohe Devisenreserve dabeihaben um bei Pannen liquide zu sein. Erfahrungsgemäß gehen extrem viele Motorräder kaputt oder gar als Schrotthaufen heim.

Interessante Ziele
Internet/Handy
Internetcafes gibt es in der Hauptstadt Tripolis. Man sollte jedoch Geduld haben denn langsame Leitungen, Stromausfall und Serverabsturz gehören zum Alltag.

Es gibt ein gutes Handynetz aber derzeit keinen Roaming Vertrag mit der deutschen Telekom. Das heißt : Nix Handy.

Da es kein nutzbares Handynetz gibt, muss man öfter auf das herkömmliche Telefon zurückgreifen. Man frage nach "Barrit", was die Post ist. Dort zeigt man seinen Reisepass vor und bekommt einen Zettel in die Hand gedrückt auf den man die Nummer schreibt. Mit diesem Zettel wählt dann ein Angestellter die Nummer an und wenn dann endlich eine Verbindung klappt, wird diese in eine der Telefonkabinen durchgestellt, wo man sprechen kann.